Die RM 76-SM im Einsatz für die Rhätische Bahn in Thusis
Mit Präzision durchs Hochgebirge: Die Bettungsreinigungsmaschine RM 76-SM „Capricorn“ sorgt im gesamten Netz der Rhätischen Bahn für ein qualitativ hochwertiges Schotterbett und leistet somit einen Beitrag zu nachhaltiger Mobilität und sicherem Bahnbetrieb in den Schweizer Alpen.
Extrem steile Anstiege, enge Radien und schwer zugängliches Terrain – die Albulalinie stellt höchste Anforderungen an Mensch und Maschine. Hier beweist die RM 76-SM der Rhomberg Sersa Rail AG, was innovative Technik leisten kann. Speziell für die Meterspur entwickelt, reinigt sie das Schotterbett präzise, effizient und nachhaltig – für eine stabile, sichere und klimafreundliche Bahnverbindung durch das Schweizer Hochgebirge.
61,67 km
Streckenlänge
Mobilität auch für das herausforderndste Gelände
Die Bahn verbindet vielmehr als nur Orte, sie verbindet Menschen und bringt deren Güter an ihr Ziel. Sie ist die Lebensader für nachhaltige Mobilität. Doch im alpinen Raum bedeutet Mobilität auch, dass extreme topografische Herausforderungen gemeistert werden müssen. Damit die Bahninfrastruktur hier Tag für Tag zuverlässig funktioniert, braucht es präzise und regelmäßige Instandhaltungsarbeiten an Stellen, die oft schwer zugänglich sind.
Hier kommt die Bettungsreinigungsmaschine RM 76-SM der Rhomberg Sersa Rail AG, liebevoll „Capricorn“ genannt, ins Spiel. Sie sorgt dafür, dass Schmalspurbahnen auch im anspruchsvollsten Gelände sicher unterwegs sind.
Die 61,67 Kilometer lange Strecke, die mit ihren 144 Brücken mit einer Spannweite von über zwei Metern sowie 42 Tunneln und Galerien zu den spektakulärsten Schmalspurbahnen der Welt zählt, ist Teil des Stammnetzes der Rhätischen Bahn. Die Albulalinie beginnt in Thusis, wo auch die Umbauarbeiten der Rhomberg Sersa bei diesem Einsatz starten: Direkt hinter dem Bahnhof überquert die Strecke den Hinterrhein und die Autobahn A13, bevor sie die Schinschlucht erreicht, wo zahlreiche Brücken und Tunnel aufeinander folgen.
Spezialistin für die Meterspur
Die RM 76-SM ist ein echtes Unikat: Als heute einzige Maschine ihrer Art wurde sie speziell für die Bettungsreinigung auf der alpinen Schmalspur der Rhätischen Bahn entwickelt. Bei engen Radien und steilen Anstiegen stoßen hier andere Maschinen klar an ihre Grenzen.
Die Spurweite von einem Meter bietet im Gebirge entscheidende Vorteile: Sie benötigt weniger Platz, lässt sich leichter in anspruchsvolles Gelände integrieren und bewältigt die engen Kurvenradien – ideal für die topografischen Verhältnisse vieler Regionen der Schweiz. Hier ist die Capricorn meist nachts im Einsatz. Stetig, präzise und beinahe unbemerkt trägt sie dazu bei, Sicherheit und Komfort auf dem gesamten Netz der Rhätischen Bahn zu gewährleisten.
“Unsere Capricorn ist außergewöhnlich: Alle acht Achsen sind angetrieben und sie ist rund 124 t schwer. Die Übersicht von der Kabine auf die Aushubkette ist sehr gut und die Bedienung insgesamt einfach. Besonders ist natürlich auch das Gelände, in dem wir mit ihr arbeiten – das Hochgebirge wie hier auf der Albulalinie, zwischen Thusis und St. Moritz. Wir haben auf der Meterspur viel felsigen Untergrund. So liegt die Berninalinie,auf der die RM 76-SM ebenfalls eingesetzt wird, beispielsweise in über 2.000 m Höhe, hat enge Radien von 45 m und Steigungen von bis zu 70 Promille.”
Thomas Hardecke, Chefmaschinist der RM 76-SM, Rhomberg Sersa Rail AG
“Auf der Baustelle in Thusis werden wir heute Nacht 120 m Schwellen, Schienen und Schotter erneuern. Ganz früher wurden diese Arbeiten noch von Hand gemacht. Bei der Bettungsreinigung haben wir mit Pickel und Schaufel den Schotter ausgehoben. Dann wurde das Material gesiebt und anschließend wieder ins Gleis gebracht. Mit der RM 76 geht das alles natürlich viel schneller und bequemer. Mit ihr schaffen wir die wie heute geforderte Strecke pro Nacht oder auch mehr ohne Probleme, während selbst die Vorgängermaschine nur 60 m schaffte. Die Wartungsarbeiten laufen planmäßig so ab, dass wir alle 25 Jahre den Schotter reinigen und alle 40 bis 50 Jahre Schienen, Schwellen und Schotter ganz erneuern.”
Ruedi Kienast, Verantwortlicher Rhätische Bahn
Das Schotterbett muss sauber sein
Der gute Zustand des Schotterbetts ist entscheidend für die Sicherheit des Betriebs. Der Schotter fixiert die Gleislage, nimmt Kräfte auf, indem er das Zuggewicht gleichmäßig auf den Untergrund überträgt. Darüber hinaus hat er auch eine wichtige Drainagefunktion. Durch den laufenden Zugbetrieb und die damit verbundenen Betriebsbelastungen, etwaige Feinkorneinbringung durch den Verkehr sowie durch Klimaeinflüsse kommt es zu Verunreinigungen im Schotter. Die Bettung verliert zunehmend ihre Funktionseigenschaften und muss gereinigt werden. Reinigungssysteme von Plasser & Theurer stellen Technologien bereit, die optimal auf das Einsatzumfeld zugeschnitten sind. Sie bieten hohe Leistung und Qualität sowie eine sichere Arbeitsumgebung für die Crew.
Die Capricorn nimmt mit ihrer Räumkette, die unter den Schwellen durchgeführt wird, das Bettungsmaterial auf und fördert es zur Vibrationssiebanlage. Hier werden Feinkorn und Überkorn vom wiederverwendbaren Schotter getrennt. Schwenkbare Förderbänder bringen den gereinigten Schotter wieder ins Schotterbett ein. Abraum wird über ein Übergabeförderband je nach Bedarf seitlich neben dem Gleis abgelagert, auf Schuttwaggons verladen oder wie hier in Thusis in eigens von der Bahn konstruierte Schottertransportwagen überführt. Aushub, Reinigung, Wiedereinbau von gebrauchsfähigem Schotter sowie Abtransport von Abraum erfolgen in einem kontinuierlichen Prozess, der hohe Arbeitsleistungen ermöglicht. Wie eine kleine Fabrik auf Gleisen gräbt sich die Bettungsreinigungsmaschine durch das Schotterbett und sorgt für effektiven Rückgewinn der wertvollen Ressource Schotter.
Ökologievorteile der gleisgebundenen Bettungsreinigung
Die RM 76-SM leistet einen wichtigen Beitrag zur Mobilität der Region, wie Oliver Rieber, Baustellenleiter und Polier bei Rhomberg Sersa, erklärt:
“Durch unsere Arbeit mit der Capricorn schaffen wir es, die Unterbrechungen des öffentlichen Verkehrs so kurz wie möglich zu halten. So ermöglichen wir hier neben lokalen Pendlern auch Touristen eine angenehme, sorgenfreie und vor allem ökologisch nachhaltige Fahrt.”
In einer Welt, in der Mobilität und Klimaschutz besonders wichtig sind, wird die Bahn unbestritten zum Verkehrsmittel der Zukunft.
So trägt die RM 76-SM zu einer grüneren, nachhaltigeren Mobilität bei.
Oliver Rieber bestätigt das:
“Im Großen und Ganzen sehe ich die Bahn als Möglichkeit, mit verhältnismäßig geringen CO2-Emissionen zu reisen, was ein klarer Vorteil gegenüber anderen Verkehrsträgern ist. Unser Team und die Capricorn leisten hier fraglos einen wichtigen Beitrag.”
Projektdaten
Projektbeschreibung
Einsatzland
Strecke
Streckenlänge
Unternehmen
Infrastrukturbetreiber
Maschine im Einsatz
Einsatzbereich
Arbeitsmodus
Bettungsreinigung (sowie Schwellen- und Schienenwechsel)
Schweiz
Albulalinie
61,67 km
Rhomberg Sersa Rail AG
Rhätische Bahn
Plasser & Theurer RM 76-SM
Schotterbett
Kontinuierlich
Karte
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